Problembär und Normalbär
Die Bündner Braunbären machen Winterschlaf.
Doch es könnte ein böses Erwachen geben.
JJ3 heisst er offiziell, doch bei den Experten ist er längst der «Problembär». Falls er sich im Frühling wieder in Siedlungen blicken lässt, wird scharf auf ihn geschossen werden. Daran liess der Bündner Bau- und Forstdirektor Stefan Engler gestern Dienstag keine Zweifel. Wenn etwas passiere, trage er die Verantwortung, und er wolle keinesfalls ein Risiko eingehen, betonte Engler. Zehn bis zwölf Vergrämungsaktionen mit Schrot hätten nicht die erhoffte Wirkung gezeigt. Der Bär, der mit einem Sender ausgestattet ist, sei trotzdem in bewohnten Gebieten auf der Lenzerheide oder im Albulatal aufgetaucht. Engler bestätigte, dass auch Gespräche über eine Rückführung von JJ3 nach Italien geführt wurden. Allerdings ohne Ergebnis: «Niemand will den Bären zurück.» Die Kompetenz für den Abschuss liegt bei Engler, der aber vorher Rücksprache mit dem Bund nehmen würde. JJ3 ist ein Abkömmling der problematischen JJ-Linie. Mutter Jurka, die in der italienischen Provinz Trentino eingesperrt ist und sterilisiert wurde, zeigte wenig Scheu vor Menschen und lehrte ihre Jungen, dass es in Siedlungen Futter zu holen gibt. Akzeptierter Normalo Der andere Einwanderer, der im Engadin lebende MJ4, macht abgesehen von einigen Schafrissen keinen grösseren Ärger und wurde im Bündner Grossen Rat letzte Woche wohlwollend als «Normalbär » bezeichnet. Das scheue Tier, ein Halbbruder von JJ3, lässt sich kaum blicken und lebt sehr zurückgezogen. Die letzten Spuren von MJ4 wurden bei Zernez gesichtet. Laut dem Bündner Jagdinspektor Georg Brosi hat sich das Tier zur Winterruhe begeben. Von JJ3 wissen die Behörden wegen des Senders, dass er sich im Albulatal zur Ruhe begeben hat. (SDA)
TagesAnzeiger/Zürich 12.12.07
JJ3 heisst er offiziell, doch bei den Experten ist er längst der «Problembär». Falls er sich im Frühling wieder in Siedlungen blicken lässt, wird scharf auf ihn geschossen werden. Daran liess der Bündner Bau- und Forstdirektor Stefan Engler gestern Dienstag keine Zweifel. Wenn etwas passiere, trage er die Verantwortung, und er wolle keinesfalls ein Risiko eingehen, betonte Engler. Zehn bis zwölf Vergrämungsaktionen mit Schrot hätten nicht die erhoffte Wirkung gezeigt. Der Bär, der mit einem Sender ausgestattet ist, sei trotzdem in bewohnten Gebieten auf der Lenzerheide oder im Albulatal aufgetaucht. Engler bestätigte, dass auch Gespräche über eine Rückführung von JJ3 nach Italien geführt wurden. Allerdings ohne Ergebnis: «Niemand will den Bären zurück.» Die Kompetenz für den Abschuss liegt bei Engler, der aber vorher Rücksprache mit dem Bund nehmen würde. JJ3 ist ein Abkömmling der problematischen JJ-Linie. Mutter Jurka, die in der italienischen Provinz Trentino eingesperrt ist und sterilisiert wurde, zeigte wenig Scheu vor Menschen und lehrte ihre Jungen, dass es in Siedlungen Futter zu holen gibt. Akzeptierter Normalo Der andere Einwanderer, der im Engadin lebende MJ4, macht abgesehen von einigen Schafrissen keinen grösseren Ärger und wurde im Bündner Grossen Rat letzte Woche wohlwollend als «Normalbär » bezeichnet. Das scheue Tier, ein Halbbruder von JJ3, lässt sich kaum blicken und lebt sehr zurückgezogen. Die letzten Spuren von MJ4 wurden bei Zernez gesichtet. Laut dem Bündner Jagdinspektor Georg Brosi hat sich das Tier zur Winterruhe begeben. Von JJ3 wissen die Behörden wegen des Senders, dass er sich im Albulatal zur Ruhe begeben hat. (SDA)
TagesAnzeiger/Zürich 12.12.07
Ricotimi - 13. Dez, 10:48